Herzinfarkte sind eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland und können jeden treffen, oftmals ohne Vorwarnung. Im Jahr 2025 erleiden nach Angaben der Deutschen Herzstiftung mehr als 300.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt. Besonders alarmierend ist, dass viele Betroffene die Symptome falsch deuten oder gar übersehen, was lebensgefährlich sein kann. Das Verständnis der Warnzeichen ist daher von zentraler Bedeutung, um frühzeitig handeln zu können und die Überlebenschancen zu verbessern. Von klassischem Brustschmerz bis zu unspezifischen Anzeichen wie Übelkeit zeigen sich Herzinfarkte sehr unterschiedlich – insbesondere bei Frauen, älteren Menschen und Risikogruppen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Symptome typisch und welche eher ungewöhnlich sind, wie man sie richtig deutet und welche Sofortmaßnahmen lebensrettend sein können.
Typische Herzinfarkt-Warnzeichen erkennen: Brustschmerz, Atemnot und mehr
Das wohl bekannteste Symptom eines Herzinfarkts ist der plötzliche, starke Schmerz in der Brust. Laut dem Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI) tritt dieser meist als brennendes oder drückendes Gefühl auf. Das Gefühl wird oft so beschrieben, als würde ein schwerer Druck auf der Brust lasten oder ein Elefant darauf sitzen. Die Schmerzen können nicht nur dort bleiben, sondern auch in andere Körperregionen ausstrahlen, beispielsweise:
- den linken Arm (in manchen Fällen auch beide Arme),
- den Rücken,
- den Hals,
- den Unterkiefer,
- die Schulterblätter,
- den Oberbauch.
Die Begleitsymptome sind ebenfalls beachtenswert: Viele Betroffene leiden unter Atemnot, die plötzlich einsetzt oder sich verstärkt. Auch starke Unruhe bis hin zu Todesängsten sind häufig, da der Körper auf den Mangel an Sauerstoff im Herzmuskel reagiert. Übelkeit und Erbrechen treten ebenfalls bei vielen Patienten auf und sollten unbedingt ernst genommen werden. Hinzu kommen kühler Schweiß und Blässe, die auf eine Kreislaufschwäche hinweisen können. Diese Kombination von Symptomen sollte sofort zum Notruf unter 112 führen.
| Symptom | Beschreibung | Typische Ausstrahlung |
|---|---|---|
| Brustschmerz | Stark, drückend oder brennend | Arm, Rücken, Hals, Unterkiefer, Schulterblätter, Oberbauch |
| Atemnot | Plötzlich einsetzende Luftnot | Keine Ausstrahlung |
| Unruhe/Angst | Hohe innere Anspannung, Todesangst | – |
| Übelkeit/Erbrechen | Verdauungsbeschwerden und Brechreiz | – |
| Kalter Schweiß | Feucht-kalte Haut | – |
Beachten Sie, dass nicht jeder Herzinfarkt mit allen diesen Symptomen einhergeht. Manchmal sind nur einzelne Zeichen vorhanden, was die Diagnose erschwert. Dennoch gelten diese Warnzeichen als klassisch und sind in den meisten Fällen ein deutlicher Hinweis auf einen Infarkt.

Unterschiede der Herzinfarkt-Symptome bei Frauen: Ungewöhnliche Anzeichen erkennen
Während Männer bei einem Herzinfarkt häufig die klassischen Brustschmerzen verspüren, zeigen Frauen oft andere, weniger eindeutige Symptome. Studien der Herzklinik Bad Oeynhausen und des Herzzentrum Leipzig verdeutlichen, dass Frauen seltener typische Schmerzen im Brustbereich haben.
Stattdessen berichten viele Patientinnen von:
- Schmerzen im Oberbauch oder Rücken,
- Übelkeit und Erbrechen,
- Kurzatmigkeit, ohne dabei zwingend Brustschmerzen zu empfinden,
- einem allgemeinen Schwächegefühl oder starker Erschöpfung,
- oder auch nur einer plötzlichen, extremen Atemnot.
Besonders problematisch ist der sogenannte stille Infarkt, der bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikerinnen vorkommt. Dabei bleiben die Beschwerden oft unbemerkt oder werden auf andere Ursachen zurückgeführt. Das kann dazu führen, dass Betroffene keine rechtzeitige Hilfe in Anspruch nehmen. Deshalb rät auch die AOK Die Gesundheitskasse, bei ungewöhnlichen Symptomen immer vorsichtig zu sein und bei Verdacht einen Arzt zu konsultieren.
| Symptome bei Frauen | Beschreibung |
|---|---|
| Oberbauch- oder Rückenschmerzen | Oft falsch gedeutet als Verdauungsprobleme |
| Übelkeit/Erbrechen | Begleiterscheinungen ohne typischen Brustschmerz |
| Atemnot | Alleinstehendes Symptom ohne Schmerzen |
| Schwäche/Gewaltige Erschöpfung | Kein klassischer Infarkt-Schmerz |
Angesichts dieser Unterschiede ist eine Sensibilisierung gerade für Frauen unerlässlich. Die enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, wie bei Sanofi Deutschland, und weiteren Spezialisten hilft dabei, diese individuellen Symptome besser zu erfassen und entsprechend zu reagieren.
Risikogruppen und Faktoren, die Herzinfarkte wahrscheinlicher machen
Herzinfarkte sind in erster Linie Folge von Erkrankungen der Herzkranzgefäße, die oftmals durch eine Kombination verschiedener Risikofaktoren entstehen. Die Deutsche Herzstiftung und Experten von Bayer Vital betonen die Bedeutung eines gesunden Lebensstils zur Prävention. Im Folgenden werden die wichtigsten Risikogruppen und Faktoren erläutert:
- Alter: Männer ab etwa 50 Jahren sind besonders gefährdet, Frauen nach den Wechseljahren ab 60 Jahren.
- Rauchen: Nikotin schädigt die Gefäßwände und beschleunigt die Arteriosklerose.
- Bluthochdruck: Erhöht den Druck in den Arterien und begünstigt Gefäßschäden.
- Erhöhte Cholesterinwerte: Führen zu Ablagerungen in den Gefäßen.
- Diabetes mellitus: Wirkt gefäßschädigend und erhöht das Risiko für stille Infarkte.
- Bewegungsmangel: Fördert Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Übergewicht: Belastet Herz und Gefäße zusätzlich.
- Familiäre Vorbelastung: Genetische Faktoren können das Risiko erhöhen.
| Risikofaktor | Einfluss auf Herzinfarkt |
|---|---|
| Alter | Höheres Risiko ab 50 Jahren bei Männern und 60 Jahren bei Frauen |
| Rauchen | Beschleunigt Arteriosklerose und Gefäßschädigung |
| Bluthochdruck | Gesteigerte Belastung der Gefäße |
| Hoher Cholesterinspiegel | Gefäßverkalkung durch Ablagerungen |
| Diabetes | Erhöhtes Risiko für stille Infarkte |
| Bewegungsmangel | Fördert Übergewicht und Herzkrankheiten |
| Übergewicht | Belastet Herz und Gefäße |
| Familiäre Vorbelastung | Genetisch bedingtes Risiko |
Die Zusammenarbeit zwischen Diagnostikunternehmen wie Siemens Healthineers und Roche Diagnostics Deutschland trägt heute maßgeblich dazu bei, Risikoprofile individueller zu bestimmen und maßgeschneiderte Präventionsstrategien zu entwickeln. Dadurch können Patienten frühzeitig betreut und die Entwicklung eines Herzinfarkts möglicherweise verhindert werden.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Herzinfarktverdacht
Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall, der schnelles Handeln erfordert. Die Organisation Deutsches Rotes Kreuz rät: Zögern Sie nicht, bei Verdacht sofort den Notruf 112 zu wählen! Jede Minute zählt, um die Schäden am Herzmuskel möglichst gering zu halten.
Praktische Tipps im Notfall:
- Ist die betroffene Person bei Bewusstsein, öffnen Sie enge Kleidung und lagern Sie den Oberkörper leicht hoch, um die Atmung zu erleichtern.
- Bleiben Sie ruhig und beruhigen Sie die Person, um Panik zu mindern.
- Bei Bewusstlosigkeit und fehlender Atmung sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) beginnen – dies kann Leben retten.
- Vermeiden Sie es, der betroffenen Person etwas zu essen oder zu trinken zu geben, es sei denn, ein Arzt oder Rettungssanitäter rät dazu.
- Überwachen Sie kontinuierlich den Kreislauf bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.
| Notfallmaßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Notruf wählen | Sofortige Alarmierung der Rettungskräfte unter 112 |
| Oberkörper hochlagern | Erleichtert die Atmung bei Bewusstsein |
| Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) | Bei Bewusstlosigkeit und fehlender Atmung lebensrettend |
| Ruhe bewahren | Vermeidungen von Panik und Belastung |
| Überwachung des Kreislaufs | Kontinuierliche Kontrolle bis Eintreffen der Hilfe |
Jeder Hausarzt und das medizinische Personal, auch in Einrichtungen wie der Herzklinik Bad Oeynhausen und beim Boehringer Ingelheim, sind ausdrücklich geschult, diese Maßnahmen schnell und effektiv umzusetzen. Die moderne Notfallmedizin hat die Überlebenschancen bei Herzinfarkt in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Vorbeugung und langfristige Maßnahmen gegen Herzinfarkte
Die beste Strategie gegen einen Herzinfarkt ist die Prävention. Frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren und eine gesunde Lebensweise sind entscheidend. Das Herzzentrum Leipzig und führende Unternehmen wie Sanofi Deutschland arbeiten eng mit Krankenkassen wie der AOK Die Gesundheitskasse zusammen, um Aufklärungskampagnen und Präventionsprogramme zu fördern.
Maßnahmen zur Herzinfarkt-Prävention umfassen:
- Gesunde Ernährung: Reduzierung von gesättigten Fetten, Zucker und Salz, verstärkter Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche.
- Gewichtsmanagement: Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts.
- Rauchstopp: Verzicht auf Tabakprodukte.
- Blutdruckkontrolle: Regelmäßige Messung und medikamentöse Einstellung bei Bedarf.
- Zuckerstoffwechsel überwachen: Vorbeugung und Behandlung von Diabetes mellitus.
- Stressreduktion: Techniken wie Meditation oder Yoga können helfen, Stress abzubauen.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Früherkennung von Erkrankungen und Anpassung von Therapien.
| Präventionsmaßnahme | Beispiel | Nutzen |
|---|---|---|
| Ernährung | Verzehr von frischem Gemüse, Vermeidung von Fast Food | Reduzierung von Cholesterin und Blutdruck |
| Bewegung | Tägliches Spazierengehen oder Joggen | Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktion |
| Rauchstopp | Keine Zigaretten mehr | Verbesserung der Gefäßgesundheit |
| Vorsorgeuntersuchungen | Regelmäßige Besuche beim Arzt | Früherkennung von Risikofaktoren |
Unternehmen wie Bayer Vital und Roche Diagnostics Deutschland entwickeln immer präzisere Diagnostikmethoden zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Integration digitaler Gesundheitslösungen erlaubt mittlerweile individuellere Risikoanalysen und gezielte Interventionen. So wird Prävention nicht nur effizienter, sondern auch persönlicher.

Quiz : Welche Warnzeichen deuten auf einen Herzinfarkt hin?
Wie schnell sollten bei Herzinfarktsymptomen ärztliche Hilfe gerufen werden?
Bei den ersten Anzeichen eines Herzinfarkts – vor allem bei klassischem Brustschmerz oder Atemnot – sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Jede Verzögerung kann die Überlebenschancen erheblich mindern, da die Herzmuskelzellen schnell absterben können. Auch wenn die Symptome unsicher erscheinen, ist vorsichtiges Handeln lebenswichtig.
Können Herzinfarkte ohne Symptome auftreten?
Ja, sogenannte stille Infarkte sind besonders bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikern verbreitet. Hier äußert sich der Herzinfarkt ohne typische Schmerzen oder nur mit schwachen, unspezifischen Anzeichen. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig, um solche Fälle zu erkennen.
Gibt es Unterschiede bei den Herzinfarkt-Anzeichen zwischen Männern und Frauen?
Unbedingt. Während Männer oft den klassischen starken Brustschmerz erfahren, zeigen Frauen häufiger atypische Symptome wie Übelkeit, Atemnot oder Schmerzen im Oberbauch. Sensibilisierung und geschulte Diagnostik sind daher entscheidend, um weibliche Herzinfarkte rechtzeitig zu erkennen.
Welche Rolle spielen Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes?
Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkte erheblich, weil sie langfristig die Gefäße schädigen und den Herzmuskel belasten. Eine konsequente Behandlung und Kontrolle können das Risiko deutlich minimieren.
Was sind die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei einem Herzinfarkt?
Der Notruf 112 sollte immer die erste Reaktion sein. Es folgen das Hochlagern des Oberkörpers und gegebenenfalls die Durchführung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) bei Bewusstlosigkeit. Ruhe bewahren und den Kreislauf überwachen sind ebenfalls essenziell bis professionelle Hilfe eintrifft.


